Der Tafelberg über der Bucht von Bloubergstrand, Felsen im Vordergrund, darüber oranger Abendhimmel

Sehen

Sehenswertes am Tafelberg

Oben ein Plateau mit Stauseen und einem Steinhaufen als höchstem Punkt, unten eine Straße mit Blick über die ganze Stadt. Dazu eine Wolke mit eigener Teufelslegende und mehr Pflanzenarten, als in ganz Großbritannien wachsen.

Foto: 123RF

Halb neun an der Talstation, die erste Kabine schwebt nach oben. Über der Kante hängt noch ein weißer Streifen Wolke. Er löst sich langsam auf. Der Berg selbst ist die Sehenswürdigkeit, aber auf ihm und an seinem Fuß gibt es sechs Orte, für die sich ein eigener Weg lohnt.

Jeder hat eine eigene Seite mit Weg und Zeitbedarf. Drei liegen oben, drei unten am Hang. Was den Berg als Ganzes betrifft, Wolke, Gestein, Pflanzen und Namen, steht weiter unten.

Höchster Punkt
1.084,6 bis 1.087 mMaclear's Beacon, je nach Quelle
Bergstation
1.067 mhier kommt die Seilbahn an
Plateau
rund 3 kmvon einer Seite zur anderen
Nationalpark
seit 1998Table Mountain National Park

Oben auf dem Plateau

Die Seilbahn setzt dich an der Nordkante ab. Von dort führen kurze Rundwege über das Plateau, der höchste Punkt liegt drei Kilometer weiter am Ostende, und hinter dem Gipfel beginnt eine Landschaft aus Stauseen.

Am Fuß und am Hang

Für diese drei Orte musst du nicht hinauf. Eine Straße unter der Nordwand, ein Denkmal am Devil's Peak und ein alter Wachposten der Briten auf dem Grat darüber.

Die Tischdecke

An manchen Tagen siehst du von der Stadt aus, wie eine weiße Wolke über die Kante quillt und an der Nordwand hängen bleibt. Die Kapstädter nennen sie die Tischdecke. Dahinter steckt der Südostwind, der Cape Doctor, der von September bis März weht. Er drückt feuchte Luft die Hänge hinauf in kältere Höhen. Die Feuchte kondensiert. Über dem Plateau liegt eine Wolke, während unten die Sonne scheint.

Für Wanderer ist die Tischdecke ein Grund umzukehren. Oben stehst du dann im Nebel, und bei starkem Wind fährt die Seilbahn nicht. Mehr dazu auf der Seite zum Wetter am Tafelberg.

Die schönere Erklärung ist älter. Um 1700 lebte am Fuß des Devil's Peak ein ehemaliger Freibeuter namens Jan van Hunks. Seine Frau duldete keinen Tabak im Haus. Also rauchte er draußen am Hang. Eines Tages setzte sich ein Fremder zu ihm und forderte ihn zum Wettrauchen heraus. Es war der Teufel. Ihr Qualm, so wird erzählt, ist die Tischdecke. Dante Gabriel Rossetti machte daraus ein Gedicht, das 1909 erschien.

Die San erzählen es anders. Bei ihnen zieht Kaggen, der Gott in Gestalt einer Gottesanbeterin, einen weißen Fellmantel über den Berg, um ein Feuer zu löschen. Kaggens Karos heißt die Wolke deshalb auch.

Woraus der Berg besteht

Leg an der Bergstation die Hand auf den Fels. Grau, rau, hart: Das ist Tafelberg-Sandstein, ein quarzreicher Stein, der hier rund 600 Meter mächtig ist. Geologisch ist der Berg eine Mulde, ein ehemaliger Talboden. Weil der harte Sandstein langsamer abgetragen wurde als das Gestein ringsum, steht er heute als Berg über der Stadt.

Darunter liegt ein schmales Band aus rotbraunem Ton- und Schluffstein, die Graafwater-Formation, etwa 70 Meter dick. Ganz unten, an den flacheren Hängen, kommen Kap-Granit und Malmesbury-Schiefer. Sie sind die ältesten Schichten.

Wie alt das alles ist, beantworten die Quellen unterschiedlich. Für den Sandstein nennt die englische Wikipedia 450 bis 510 Millionen Jahre, die Seilbahngesellschaft 520 Millionen. Den Granit datiert die deutsche Wikipedia auf rund 630 Millionen Jahre, die Universität Kapstadt spricht pauschal von etwa 600 Millionen Jahren für die Gesteine. Die Seilbahngesellschaft rechnet vor, der Berg sei damit mindestens sechsmal so alt wie der Himalaya.

Fynbos, Disa und Klippschliefer

Was aus der Ferne wie graugrünes Gestrüpp aussieht, ist zu rund 80 Prozent Fynbos, die niedrige Buschvegetation des Kaps. Seit 2004 gehören die Schutzgebiete dieser Pflanzenwelt, darunter der Tafelberg, zum UNESCO-Welterbe.

Wie viele Arten hier wachsen, hängt davon ab, wen du fragst und welche Fläche er meint. Auf Tafelberg und Back Table zusammen sind es rund 1.500 Arten, auf 57 Quadratkilometern. Der Botaniker John Manning zählt für den Tafelberg 2.200, mehr als in ganz Großbritannien. Die deutsche Wikipedia nennt etwa 1.400. Und eine Checkliste von 2025 kommt für die ganze Kaphalbinsel auf 2.785 wild wachsende Arten.

Von Januar bis März blüht die Rote Disa, eine Orchidee, die in Kapstadt Pride of Table Mountain heißt. Sie wächst an Bächen und Wasserfällen, die das ganze Jahr feucht bleiben. Auf dem Tafelberg und dem Back Table ist sie häufig, sonst auf der Halbinsel kaum zu finden.

Orange blühende Nadelkissenprotee mit langen gebogenen Griffeln, dahinter weitere Blüten und grüne Blätter
Nadelkissenproteen im Botanischen Garten Kirstenbosch am Fuß des Bergs, eine der auffälligsten Fynbos-Gattungen.

Das Tier, das du oben am häufigsten siehst, ist der Klippschliefer, in Südafrika Dassie genannt. Etwa 50 Zentimeter lang, rund vier Kilo schwer. Und, so unwahrscheinlich das klingt, entfernt mit dem Elefanten verwandt. Zwischen 2000 und 2004 brach der Bestand am Berg aus ungeklärten Gründen ein, seit 2011 sieht man die Tiere wieder öfter. Füttern ist verboten, auch wenn sie sich direkt neben dir auf dem Fels sonnen.

Ein Klippschliefer liegt ausgestreckt auf einem Felsen
Klippschliefer sind die häufigsten Tiere oben auf dem Plateau. Foto: 123RF

Ein Name, viele Namen

Die Khoikhoi nannten den Berg Hoerikwaggo. Übersetzt wird das mal mit „Berg des Meeres“, mal mit „aus dem Meer ragend“. Wer ihn einmal von Bloubergstrand aus über der Bucht gesehen hat, versteht beides.

Den ersten überlieferten Aufstieg machte im Mai 1503 der Portugiese António de Saldanha, durch die Platteklip Gorge. Er nannte den Berg Taboa do Cabo, Tisch des Kaps. Auf Afrikaans heißt er Tafelberg, auf Englisch Table Mountain, auf isiXhosa Intaba yetafile. Und am Himmel gibt es ihn auch: Der Franzose Nicolas-Louis de Lacaille benannte bei seinem Aufenthalt am Kap ein Sternbild nach dem Berg. Heute heißt es Mensa, der Tisch.

Am 29. Mai 1998 rief Nelson Mandela den Cape Peninsula National Park aus, heute Table Mountain National Park. Sechs Jahre später, 2004, kam der Park als Teil der Cape Floral Region Protected Areas auf die Liste des UNESCO-Welterbes. Im November 2011 wurde der Tafelberg vorläufig zu einem der New7Wonders of Nature gewählt, bestätigt im Mai 2012. Die Plakette dazu enthüllte die Bürgermeisterin Patricia de Lille am 2. Dezember 2012 am Fuß des Bergs.

Unser TippMit nur einem Tag fährst du morgens mit der ersten Bahn hinauf, gehst mit der kostenlosen Führung um neun und danach den Klipspringer Walk an der Kante. Den späten Nachmittag verbringst du am Rhodes Memorial auf der anderen Seite des Bergs, bevor es bei Sonnenuntergang schließt.

Häufige Fragen zum Tafelberg

Warum heißt der Tafelberg Tafelberg?

Der Tafelberg heißt nach seinem flachen Gipfelplateau, das rund drei Kilometer von einer Seite zur anderen misst. Der Portugiese António de Saldanha, der 1503 als Erster überliefert hinaufstieg, nannte ihn „Taboa do Cabo“, Tisch des Kaps.

Was ist die Tischdecke am Tafelberg?

Die Tischdecke ist eine Wolke, die bei Südostwind über dem Plateau des Tafelbergs liegt. Der Wind drückt feuchte Luft die Hänge hinauf, oben kühlt sie ab, und die Feuchte kondensiert. Der Südostwind weht vor allem von September bis März.

Wie hoch ist der Tafelberg?

Der höchste Punkt des Tafelbergs, Maclear's Beacon, liegt laut amtlicher Karte auf 1.084,6 Metern. Die Seilbahngesellschaft nennt 1.085 Meter, andere Quellen 1.086 oder 1.087 Meter. Die Bergstation der Seilbahn liegt auf 1.067 Metern.

Wie alt ist der Tafelberg?

Der Sandstein des Tafelbergs ist je nach Quelle 450 bis 520 Millionen Jahre alt. Der Granit an seinem Fuß ist älter, die deutsche Wikipedia nennt rund 630 Millionen Jahre.

Darf man die Klippschliefer auf dem Tafelberg füttern?

Nein. Die Klippschliefer, in Südafrika Dassies genannt, sind die häufigsten Tiere oben auf dem Tafelberg, und Füttern ist nach den Regeln für Besucher verboten.